Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{November 02, 2006}   Von der Niedlichkeit industriell gefertigter Tiefkühlendprodukte

oder: Warum man das Kindchenschema jetzt auch essen kann

Schlefi. Ich sage nur Schlefi.
???
Kann ich verstehen. Aber ich kann umgehendst für Aufklärung sorgen. Schlefi heißt natürlich Schlemmer-Filet. Von Iglo. Natürlich. Was auch sonst. Welcher Volldepp hat denn das nun schon wieder als unglaublich verkaufsfördernd eingestuft? Schlefi…
Da rennen die Gören durchs besserverdienende vorzeigepflichtige Vorstadtmusterhaus und schreien Schlefi, Schlefi…!
Ich dachte zuerst, das ist eine kindgerechte Aufklärungskampagne zur Auffindung und elterlichen Meldung terroristischer Schläfer in der eigenen Wohnung. Aber nein, es ist nur Fischfilet. Tiefgekühltes, aufgebackenes Fischfilet. Schlefi eben. Ein unglaublich toller Versuch der verniedlichenden Personifizierung eines überteuerten und in Form gepressten Fischmüllendproduktes. Da kriegt man doch gleich Muttergefühle, wenn man an der Tiefkühltruhe entlang schleicht und eigentlich vollendst mit der Ortung der billigsten Pizza Margherita beschäftigt ist. Aber dann blinzelt es einen so lieb an. Schlefi. Das Kindchenschema des industriellen Tiefkühlfisches schlägt voll zu. Schlefi. Da kann man doch gar nicht anders, als dem armen kleinen Gesellen ein warmes Heim in seinem vorgewärmten Umluftbackofen zu geben. Und schließlich haben die Kinder ihn doch auch so gern. Den kleinen Schlefi. Da macht das Essen endlich Spaß und man ist die mauligen Gesichter wegen des Scheißfisches zum Abendbrot endlich los. Schlefi sei dank. Ein wunderbarer neuer Trend.
Ich schlage da gleich noch weitere beziehungsfördernde Produktliebkosungen in Form von verniedlichenden Personennamen vor: Wie wäre es unter anderem mit Hüfi? Klingt doch süß, oder? Würde man es übers Herz bringen, ein Produkt nicht in Wagen zu legen, dass einem jeden Abend in der Werbepause so lieblich als Hüfi vorgestellt wird? Nein, natürlich nicht. Soo süß.
Aber Hühnerfrikassee? Um Gottes Willen. Diese hell-schleimige Matschpampe mit den drei blassgrauen Erbsen und einem zappelnden Fleischimitat, das IMMER an der Beutelinnenseite des Plastikbeutels kleben bleibt. Widerlich. Keine Chance. Hüfi dagegen…
Oder Jomi. so putzig und verzehrungsbedürftig. Joghurt mit der Ecke oder gar Schlemmer-Joghurt wirft da einfach zu viele Fragen auf. Was für eine Ecke? Wo ist diese Ecke? Was ist da drin? Kann ich die Ecke auch extra kaufen? Da ist der Kunde natürlich schon lange vorbei gerollt und entscheidet sich schlußendlich für das arme Schlefi.
Auf diesen werbetechnischen Schock muss ich jetzt erstmal den Kontakt zu Tchika und H-Mi pflegen.
Die sind so süß die beiden…!



Jott says:

Ich ess ja leider gerne mal ein ein leckeres SchniBrö…



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