Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{November 18, 2006}   Von der Ausprägung des eigenen Egos

oder: Macken, Klappe die Erste

Hmmm…heute mal etwas über meine persönlichen Macken.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass das ein sehr brisantes Thema ist und ich damit Gefahr laufe, sehr bald auf einer dieser gemütlichen Psychologen-Couches rumzulungern, die sich bei Zeiten wirklich mal Gedanken um das Aussehen ihrer Plural-Form machen sollten und die grundsätzlich in meiner Vorstellung immer in dieser Art Leder gehalten sind, auf der man sofort jede kleine schweißige Patschehand sieht. Aber gut, ich bekenne mich hiermit also folgender Macken schuldig:

Zum einen bin ich ein notorischer Geldscheinsortierer. Nicht, dass ich jetzt so wahnsinnig viele hätte, aber die, die ich habe muss ich sortieren. Und zwar nach Wert. Vorne die Fünfer und dann aufsteigend bis zu den Fünfzigern. Größeres hat sich leider noch nie in mein Portemonnaie gesellt. Gleichzeitig müssen die Scheine auch alle mit ihrer Vorderseite nach vorne weisen, ansonsten bin ich todesunglücklich und muss in Gedanken den Rest des Tages das Wort Bananenquark aus vorbeifahrenden Nummernschildern bilden. Also sortiere ich lieber brav.

Des weiteren betanke ich mein (immer noch tacholoses) Auto immer nur mit glatten Beträgen. Das heißt, ich versuche es. Ich stehe dann da an der Zapfsäule und nähere mich schrittweise an den tagesbedingten Wunschbetrag an. Will heißen, ich pumpe kurz vor Ende des Tankvorganges immer stoßweise kleine Centbeträge in den Tank, damit ich meinen Wunschbetrag auch genau treffe. Tankstellenbetreiber erlassen einem übrigens immer(!) nur dann den einen Cent, den man zuviel getankt hat, wenn man sein gesamtes Geld mit in den Laden geschleppt hat. Aber wehe, man betritt die heiligen Shop-Hallen mit einem einzigen Geldschein. Dann steht da sicherlich 20,01 Euro auf der Kassenanzeige und diese Dämpfe schnuppernden Zigarettenfachverkäufer wollen den Cent dann auch noch haben. Kleinlichkeit kennt keine Grenzen.
Aber irgendwo kann man ihnen das auch nicht übel nehmen. Wo kämen wir denn schließlich hin, wenn das jeder machen würde? Was wäre das für ein finanzieller Verlust für die Tankstellenbetreiber, wenn sie jeden Tag jedem Kunden einen Cent schenken würden? Da käme sicherlich einiges zusammen. Ich vermute sowieso, dass es irgendwo auf dieser Welt eine verdeckt kooperierende Untergrundorganisation gibt, sich sich ausschließlich über aus Kulanz verschenkte Cent-Stücke finanziert und damit sicherlich nicht ganz schlecht fährt.
Auf diese Weise betrachtet bin ich mit meiner Glatt-Tank-Manie natürlich kein Opfer von psychisch bedenklichen Umständen, sondern ein aktiver Widerstandskämpfer gegen die versteckte Kriminalität. Wie wunderbar. Ich fühle mich gleich besser.

Allerdings fällt mir dabei auf, dass ich noch die eine oder andere Macke zur Erörterung im Angebot hätte (mir hat zum Beispiel gerade eine nett illustrierte Glühbirne auf meinem Laptop zugewunken und ich musste sie verbal(!) nach ihrem Anliegen fragen…), ich mir aber für diese Texte hier eine 500 Wörter-Grenze gesetzt habe, um nicht jedes Mal allzu sehr abzuschweifen…
Ich werde also demnächst eine neue Kategorie eröffnen, in der ich mich und meine Macken selbst therapieren werde.
Über leidensgenössische Kommentare würde ich mich natürlich abgrundtief freuen. Vielleicht lässt sich ja so die eine oder andere Selbsthilfegruppe zur Selbsthilfe bei nach Selbsthilfe verlangenden (schon wieder die Glühbirne) Selbsthilfebedürftigen gründen, die sonst zur Selbsthilfe eine sich selbst helfende Selbsthilfegruppe aufsuchen müssten, obwohl sie sich zur selbsthelfenden Selbsthilfe gar nicht berufen fühlen… (???)

In diesem Sinne: Der Ball ist rund.




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