oder: Warum die Terminator überall unter uns sind
Hier liebe Welt, es ist scheiße kalt heute. Ich wollte das nur mal in den mentalen Äther gestellt haben, weil es ein Teil der hierigen Erdbevölkerung wohl noch nicht ganz mitbekommen zu haben scheint. Da läuft mir doch heute Morgen einfach so ein geselliger Handwerker über den frostgebeutelten Fahrradweg. Im T-Shirt. Bei 3 Grad. Ohne Cola-light. Hallo?!
Die Frage ist jetzt aber nicht: „Na geht’s denn noch?“, sondern eher: „Wie macht der das?“. Und warum?
Zugegeben, er war noch recht jung und abwehrkräftig und auch nicht allzu gering mit Muskeln bepackt. Wenn er diese zur Arbeit heranzieht, dann gibt es bestimmt ein nettes intramuskuläres Wärmefeuerchen. Aber dafür muss er bei den vorherrschenden Temperaturen ganz schön ackern, da ist nichts mit Rauch- und Kaffeepause und Pornoheftchen gucken hinterm Bauwagen. Da kühlt er doch ganz aus, der arme Kerl. Vielleicht verkenne ich die Lage aber auch und der armen Handwerksfirma ist gestern Abend der Presslufthammer kaputt gegangen, weshalb in einem intelligenzlastigen Saufspiel diejenige Person bestimmt wurde, die heute morgen frieren und somit zitternder Weise den Hammer ersetzen muss. Wahrscheinlich muss der arme Kerl noch bis mittags irgendwo in einem zugigen Schattenwinkel stehen, bis er die ausreichende Muskelvibrationskraft aufgebaut hat, die zum Aufreißen der Straße erforderlich ist. Der darauf folgende Totalausfall des Arbeiters wird auf alle Fälle billiger sein als die Express-Reparatur bei Edes Presslufthammer-Reparatur-Express mit Montags-Zuschlag.
Eine viel einleuchtendere Erklärung ist natürlich die, dass es sich gar nicht um einen Handwerker in Form eines Menschen handelt. Wahrscheinlich war es einfach ein gängiger Außerirdischer in einer Erwerbsbeschaffungskrise oder zumindest ein vom amerikanischen Militär höchst versteckt eingesetzter Prototyp des genetisch mutierten Kampfsoldaten der Zukunft. Mittels Muskeln aus Stahl, jeder Kälte und jeder implodierenden Gasleitung trotzend, absolviert er seinen programmierten Testeinsatz, bis er schließlich völlig unauffällig zu einem Sack Trockenzement verpufft. Vorher übermittelt er natürlich noch alle wichtigen Daten über die Baubeschaffenheit deutscher Markenhäuser und einheimischer Schokoriegel an die geheime Steuerzentrale in Paraguay, die dann augenblicklich einen neuen Testsoldaten ins Bauarbeiter-Testrennen schickt. Der erscheint dann ganz Terminator-like irgendwo völlig nackt hinter einem Zementmischer und sprintet zu den alten Klamotten seines verpufften Vorgängers. DAS ist nämlich der wahre Grund für die Existenz von Flitzern in Fußballstadien und der logische Beweis dafür, dass die Terminatorfilme auf wahren Begebenheiten beruhen und nur in Hollywood verfilmt werden, um die Realität zu vertuschen.
Mein Gott, ich kann froh sein, dass ich heute morgen beim Anblick des nackten Trizeps nicht gleich liquidiert wurde…
Aber es ist doch wirklich so. Die Leute können sich schlecht von vorherrschenden Großwetterlagen trennen. Da kann es heute noch so sehr regnen, donnern und blitzen, wenn es vorher drei Wochen Malibu-Speckrollen-Präsentier-Wetter war, dann geht der Mensch von heute mit Sonnenbrille und Badeshorts zum geöffneten Cabrio, in dem noch die Suppe vom letzten Herbststurm rumschwimmt und rauscht frohen Mutes der nächsten eitrigen Lungenentzündung entgegen. Fragwürdig.
Liebe fröstelnde Menschheit da draußen, Autosuggestion hilft nicht immer! Wenn es regnet, wird man nass und wenn es Frost gibt, dann friert man im hautengen T-Shirt, egal wie sehr man das zu ignorieren versucht. Der Geist ist zwar oft willig, aber das Fleisch bleibt eben Fleisch, ist weiß und sollte viel, viel öfter bedeckt werden…



