Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{November 22, 2006}   Von interessanten Geschäftsideen und fragwürdigen Wortspielereien

oder: Warum das moderne Verbrechen an der Rechtschreibreform zu Grunde geht

Oh mein Gott, liebe Welt. Schlimmer geht’s immer und Dummheit kennt wirklich keine Grenzen. Und keine geeignete Übersetzungs-Software. Diese schöne mail erreichte mich heute mit dem Betreff: Hier hat sich Daniel eine bestellt.
Die Frage ist bloß, was sich Daniel um Himmels Willen da bestellt hat. Und wo das da überhaupt ist? Ganz zu schweigen von der Frage, ob es überhaupt ist. Aber wahrscheinlich war Daniel icq-Nutzer und konnte darum folgenden Text verstehen:

Rohloff gerne Elke ich Er kann Englisch. Maria auskennend geben,
was geliebt Fügen er wo Bengel
Maria ab einlassend wenn Ausstellungsstück Ablauf
ausgeschlossen zum Geschäftslage.

???

Ich möchte das gerne mal frei übersetzen. Als erstes die verschwörerische geheime Geheimdienst-Variante:

Rohloff arbeitet gerne mit Elke zusammen. Er und ich (der Auftraggeber) können Englisch. Gib dich als Maria aus und sage die geheime Losung: Wo der Bengel ist, wird sich das Geliebte dem Was fügen (philosophischer Geheimverschwörungscode aus der Zeit der Stoiker).
Lass dich als Maria getarnt abseilen, wenn das Ausstellungsstück in Sicht ist. Der Ablauf der Aktion ist unabhängig von der momentanen Geschäftslage. Umtausch ausgeschlossen.

Möglich wäre auch noch folgende Variante:

Rohloff will Elke. Ich bin er und kann Englisch. Maria kennt sich aus und kann es deinem geliebten Bengel ordentlich geben, wenn er sich nicht fügen will. Maria läßt sich allerdings nur auf Ausstellungsstücke ein. Um den Ablauf der Aktion nicht zu stören, kann alles nur in der Geschäftslage stattfinden.

Hmmm…, ich glaube, ich bin der wahren Bedeutung noch nicht näher gekommen. Es ist doch grauselig. Da sind selbst die miesesten Abzocker dieser Welt zu dumm, um eine verständliche mail zu schreiben. Wie soll ich denn um Himmels Willen den letzten Scheiß kaufen und mein ganzes Geld an Hunger leidende peruanische Bergarbeiterkinder überweisen, wenn ich noch nicht mal weiß, wer Maria und Elke sind?
Die Leute werden selbst für illegale Verbrechen zu dumm. Man sollte eigentlich die Gunst der Stunde nutzen und die anscheinende Marktlücke nutzen, indem man Workshops für minderbemittelte Kleinkriminelle anbietet.
Workshop 1: Wie schreibe ich meinen Namen?
Workshop 2: Wie schreibe ich überhaupt?
Workshop 3: Warum schlage ich mir eigentlich nicht mit einer Keule den Schädel ein und verpuffe zu einem Häufchen Asche?

Wenn die Welt mich schon bescheißen will, dann bitte grammatikalisch korrekt. Ein klein wenig Arbeit auf dem Satzbau hat ja noch niemandem geschadet. Kein Wunder, dass sich die Kriminellen von heute lieber die Fresse einhauen, als ihre Machenschaften verbal zu unterlegen. Das kann doch nichts werden. Was würde James Bond mit solchen Anweisungen machen? Mission impossible würde ich sagen. Ihr lieben Hartz4-Empfänger: SO wird das nichts mit der schnellen Million!

Aber es gibt doch noch Lichtblicke am verbrecherischen Abzocker-Himmel. Daniel hat seinen mail-Text nämlich noch mal überarbeitet und nennt sich nun Alexander. Er schreibt nun wie folgt:

Schildknecht ihm Remo von Ahnfrau Lukas blutsverwandt Ihre,
auch devot Absteckpfahl attraktiv rein Faltenbalg
Lukas sauber gestaffelter Preis gegen drehrichtungsunabhängig Ballerina
freiherrlich nett Arbeitsraum.

Na Mensch. Warum hat er das nicht gleich gesagt? Dann ist ja alles klar…



Leave a Reply


about

Skurriles von der B-Seite des Gehirns

pages
categories
calendar
November 2006
M D M D F S S
« Oct   Dec »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  
archive
Blogroll
et cetera