oder: Warum Aprikose nicht immer ein Obst sein muss
Oh, liebe Welt, es duftet so lieblich in Deutschland. Und ich meine jetzt nicht die fragwürdigen Weihnachtsmärkte, die seit kurzen überall aus dem Boden sprießen und uns mit ihrem Glühwein getränkten Mandel-Lebkuchen-Bratwurst-Duft verzaubern. Ich meine Klos. Um genauer zu sein: die Damenklos von Mc Donalds.
Ich weiß ja nicht, wem das schon mal aufgefallen ist, aber einfach alle deutschen Mc Donalds Damenklos duften nach Aprikose. Alle. Wobei duften definitiv der falsche Ausdruck ist. Die Worte penetrant, stinken und Zugangsberechtigungscode würden eindeutig besser in diesen Kontext passen. Die Frage ist bloß: Warum?
Gibt es etwa eine geheime halb-offizielle Duftstoff-Verordnung für alle Mc Donalds Klos, in der schriftlich fixiert ist, mit welchem Standard-Duft der Deutsche am liebsten von seinen schmerzenden Verdauungsproblemen abgelenkt wird? Und wenn ja, hat das mal irgendwer getestet? Und wenn nochmal ja, wie? Hat das deutsche Forschungszentrum für exkrementale Duftneutralisierung eine repräsentative Testgruppe zum Probesitzen eingeladen und den einzelnen Probanden Zettel in die Hand gedrückt, auf denen sie nach erfolgter Duftstoffbenebelung ankreuzen konnten, welcher der angebotenen Raumluftverschönerer ihnen unter diesen Umständen am besten gefällt? Sicherlich ein begehrter Job, bei dem Essen und Klopapier gestellt werden.
Vielleicht waren die Testreihen aber auch viel subtiler angelegt. In einem unter strengen Selektionskriterien auserwählten Testrestaurant wurden scheinbar gleiche Klos aufgestellt, die aber alle mit einem anderen Duftstoff durchtränkt waren. Very tricky. Über eine Woche wurde das Klobenutzungsverhalten der nichts ahnenden Toilettenbesucher aufgezeichnet und in einem entsprechenden Computerprogramm graphisch aufgearbeitet. Man munkelt, die Geruchsrichtung Meeresfrische soll weit abgeschlagen auf Platz 44 gleich hinter Pfirsich und Zitronen-Guacamole zu finden gewesen sein. Die Geruchsrichtungen Döner und Nordsee-Makrele wurden aus marktwirtschaftlichen Gründen vom Test ausgeschlossen.
Hier aber mal ehrlich, dieser Aprikosengestank ist aber wirklich auffällig. Selbst wenn man sturzbetrunken und fern ab aller geistigen Ortsbestimmungsfähigkeiten sinnlos durch die Gegend schaukelt, weiß man spätestens bei DEM Duft, an welchem Ort man sich befindet. Das nennt man Wiedererkennungswert.
Mc Donalds sollte vielleicht mal eine Langzeitstudie in Auftrag geben, in der die Spätfolgen des Aprikosen-Duftes in Bezug auf das persönliche Ausscheidungsverhalten untersucht werden. Nicht, dass man Mc Donalds nachher noch verklagt, weil bei Oma Erna über all die Jahre eine pawlowsche Konditionierung eingetreten ist und die arme Oma Erna ihren Erdbeerkuchen nur noch bei zeitgleichem Aprikosenduft wieder loswerden kann. Für solche Fälle kann man den hauseigenen Duftstoff aber sicherlich käuflich erwerben oder als Spielzeug im Happy Meal erhalten.
Und warum macht man das nicht im Hause des gelben M? Ganz klar. Weil das alles Teil des geheimen Planes ist. Wahrscheinlich aktiviert der künstliche Aprikosenduft bei allen weiblichen Individuen das Maxi-Menü-Kaufzentrum, dessen Big Mac wiederum die Verdauung so stark ankurbelt, dass man sich noch im Restaurant dessen wieder entledigen möchte, so dass man aber wieder gleich den nächsten kauft, …
Ein gemeiner Teufelskreis ist am Werk, den man nur mit einer starken Knoblauchfahne und drei Kilo gesalzenen Lakritzschnecken durchbrechen kann. Bleibt nur noch Frage: Wie riecht es eigentlich auf dem Männerklo?




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