oder: Warum der Sinn des Lebens auf einem Marktplatz wohnt
Endlich. Endlich ist es mal soweit. Endlich mal ein gebrauchtes Buch vom amazon marketplace, das auch wirklich gebraucht ist. Ich hatte auch schon wirklich die Schnauze voll von all diesen elendig gut erhaltenen Büchern, die man für einen Spottpreis erwerben konnte und die so taten, als wären sie gerade druckfrisch der Billig-Buchpresse in Thailand entsprungen.
Endlich mal ein Buch, das frisch nach Katzenpisse duftet, wenn man die nett beschriftete Versandtasche öffnet.
Endlich ein Buch, das völlig wellige Seiten hat, die zum Glück aber noch nicht ganz aneinander kleben, so dass man die verblichene Schrift mit leuchtstarken Wohnzimmerlampen noch ausreichend erkennen kann.
Endlich mal ein Buch, das so dreckig ist, das man allein durch die geologische Analyse jenes Drecks seine geographische Herkunft erschließen könnte.
Endlich mal ein Buch, das einem nicht einfach so ohne Probleme geliefert wurde.
Endlich mal nicht nur bei amazon bestellen und zwei Tage später lesen.
Nein, endlich mal ein Buch, auf das man 10 Tage vergebens wartet, um dann mit dem Verkäufer Kontakt aufzunehmen und in einem sehr höflich verklausulierten Deutsch zu nach dem Verbleib dieses beschissenen Drecksbuches zu fragen.
Endlich mal keine entschuldigende mail, sondern schlichtweg die Behauptung, man hätte das Buch ja gar nicht bestellt.
Endlich mal in den Genuss kommen, eines 3 Euro-Buchbetruges bezichtigt zu werden.
Und endlich mal eine pissige mail zurück schreiben können mit der dezenten Aufforderung, das scheiß Buch jetzt endlich los zuschicken, sonst bestelle man wirklich gleich noch was. Und das wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Buch, sondern eher so eine Art russischer Kopfgeldjäger Marke Ivan. Oder Axel Schulz.
Endlich mal eine richtig miese Bewertung bei amazon schreiben dürfen.
Herrlich, herrlich.
Einfach herrlich.



