Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{Dezember 13, 2006}   Von der Dualität des klebrigen Seins

oder: Warum die Dunkelheit nichts Sinnvolles ans Tageslicht bringt

Entweder man hat nichts zu lesen im Haus, oder der ganze Briefkasten ist voll mit bestellten Büchern und nie gekündigten Zeitschriften-Abos.

Entweder man hat nichts zu fressen im Haus, oder man erstickt in tausend güldenen Adventskalendern, ausländischen Marken-Toffees, Zähne zerstörenden Karamellbonbons, 300g-Schokoladentafeln und 20 Wagenladungen Spaghetti Carbonara mit Formschinkenbröckchen und Vollei-Aroma.

Entweder man wiegt sich in wohliger finanzieller Sicherheit, oder man kriegt horrende Autoreparatur-Rechnungen, ein Haribo-Vertreter steht vor der Tür oder es ist Weihnachten.

Entweder Sarah Connor hält die Schnauze, oder sie singt.

Entweder draußen befindet sich die maßstabsverkleinerte Nachbildung der playmobil-Sahara oder es schüttet 15 Wochen wie aus einem kotzenden Bach-Reiher.

Entweder mein Hund schläft, träumt und sabbert, oder er will das volle Animationsprogramm für den Cluburlaub hyperaktiver 10-jähriger auf LSD und Glukosesirup.

Entweder man beherrscht die zeitgemäße Rechtschreibung, oder man macht bei jedem Satz den selben Kommafehler.

Entweder der Tiger liegt im Zoo faul auf seinem Felsen rum, oder er ätzt dir mit seiner aggressiven Pisse ein formschönes Muster in die nackte Wade.

Entweder man hat nichts um die Waschmaschine voll zukriegen, oder eine Rotte einheimischer Wildschweine bändelt mit fünf Langzeit-Außerirdischen an, die einen dann aufgrund nicht vorhandener Schachkenntnisse zur ehrenamtlichen Waschung ihrer 25000 intensivst materieverdichteten Arbeitsoveralls zwingen.

Entweder es kommt nichts im Fernsehen, oder Spiderman kommt in der Werbepause zu Godzilla rüber gehüpft, um ihm mit seinem Go-Go-Gadgetto-Arm eins in die Fresse zu hauen, der dann wiederum mit dem Batmobil bei Dem Sturm und trotz des bald einsetzenden Armageddon in die nächste Schwarzwald-Klinik gebracht wird, um dort von Dr. Grey wegen seiner Anatomy bestaunt zu werden, bis eine Invasion der GZSZ-Darsteller einfliegt, die alle Verliebt in Berlin sind und den armen Godzilla kidnappen, um ihn schließlich beim Großstadtrevier als lost zu melden.

Entweder die Welt ist so leidlich in Ordnung, oder ich muss ganz dringend einen Kaffee zu mir nehmen.

Jetzt.



Legatus says:

Dann doch lieber Zucker und Milch mit einem Schluck Kaffee…oder Tee…wobei die geschmacklich interessantere Mischung der Kafftee sein dürfte…mit ein bisschen Ritalin für den Hund.



Kristof says:

Gibt es Tage, an denen es sich lohnt, den Fernseher anzuschalten?

Gibt es Tage, an denen die Welt so von positiver Energie überflutet ist, dass auf den morgendlichen Kaffee verzichtet werden kann?

Gibt es einen Tod nach dem Leben?



Die Existenz says:

@ Legatus: die Sache mit dem Ritalin gefällt mir besonders gut… ;-)



Die Existenz says:

@ Kristof: SO viel positive Energie kann das ganze Universum nicht aufbringen, dass ich auf meinen Kaffee verzichten kann…



Kristof says:

Wusst’ ich’s doch! Wollte nur nochmal auf Nummer sicher gehen, damit ich mich nicht in meinen eigenen Kaffeeregeln (Kaffee am Morgen, Kaffee am Abend, Kaffee immer und überall, etc…) verzettele ;-)



Die Existenz says:

Wenn ich in diesem Zusammenhang mein Lieblingszitat anbringen dürfte:

“Nichts erhellt meinen Morgen. Kaffee ist nur der Silberstreif am Horizont über dem Stockdunkel der unendlichen Tiefen des Abgrundes.”



Kristof says:

Ein sehr schönes und treffendes Zitat! Aus welchem Munde stammt Selbiges denn?



Die Existenz says:

War mal irgendwann als Tagescomic auf der Seite www.userfriendly.org

Fand ich SEHR schön…!



Kristof says:

Das passt zu Illiad :-)



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