oder: Warum es viel mehr Platz für Kekse auf der Welt geben sollte
Ich bin krank. Ich leide fürchterlich. An einem grippalen Infekt, wenn ich hier an dieser Stelle mal selbstdiagnostisch tätig werden darf.
Das Schlimme an solcherlei Zuständen ist ja, dass man einerseits definitiv zu schwach ist, seinen Körper zu sinnvollen Tätigkeiten zu bewegen, ohne dabei in einem Kreislauf bedrohenden Kaltschweißanfall zu verfallen und andererseits aber noch nicht tot genug ist, um Frauentausch, singende Rihannas und diverse Frühstücks-Fernsehen-Formate mit Hundekekse backenden Gästen komplett an sich vorbei rauschen zu lassen.
Die Nase ist dicht und der Kopf dröhnt und in kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, mir bewusst irgendein elastisches Tennisball-Äquivalent in den Schädel getrümmert zu haben, das sich in unmittelbarer Nähe der Hirnanhangdrüse häuslich niedergelassen hat. Die Geschmacksnerven haben sich auch mal ein paar Tage vorweihnachtliche Ruhe gegönnt (in weiser Voraussicht…), was vor allen Dingen dadurch zum Ausdruck kommt, dass ich zwei Tage lang das Diabetiker Nasch-Eis Vanille von Langnese oder so in mich rein geschleckt habe. Das würde ich unter normalen Umständen NIEMALS tun. Niemals.
Zum einen schon mal kategorisch nicht, weil es sich um ein verändertes Ursprungslebensmittel handelt und zum anderen, weil keine Kekse drin sind. Meine geschmackliche Grundphysiologie erlaubt erlaubt es mir in ihrem normalen Zustand nämlich nur Speiseeis zu verzehren, wenn dieses prozentual zu mindestens 43,725% aus Keksen oder anderen Teigderivaten besteht und dabei jeglicher Sahnigkeit entbehrt. Das ist unter einem Kilopreis von 10 Euro leider relativ schwer aufzutreiben und ich werde außerhalb eines kulinarisch orientierten Dänisch-Sprachkurses wohl nie erfahren, wie man jene Eisfirma meiner gekühlten Speiseeis-Träume richtig ausspricht. Aber gut.
Ansonsten sehr zu empfehlen, aber hier oben noch schwerer zu beschaffen: Ben&Jerry’s.
Cookie Dough. Mehr muss ich gar nicht sagen. Wenn ich mal sterbe, möchte ich gerne in einer großen Eisschachtel dieser Sorte begraben werden. Mit einem großen Keks als Grabstein. Mit dieser Todesaussicht könnte ich mir sogar ein Leben als großstädtische Beutelratte oder Paris Hilton vorstellen.
Momentan möchte ich vor meinem bakteriell bedingten Zwangsableben aber noch eine kleine Anregung an alle Eis-und Halsschmerzdrogen-Hersteller da draußen in dieser ekelhaft gesunden Welt richten: Wie wäre es denn mal mit einer Eiskreation, die Halsschmerzen lindert? Und zwar nicht nur aufgrund ihrer charakteristischen Kälte, sondern zusätzlich aufgrund von eingearbeiteten Halsschmerztabletten und gestrudeltem Hustensaft mit knuspriger Antibiotika-Dekoration.
So eine Art Vanillo-Cin oder Dolo-Schokendan.
Sicherlich eine nicht zu verachtende Marktlücke zu deren Füllung mir momentan neben eines funktionierende olfaktorischen Primärorganes vor allen Dingen Schokolade fehlt.
In diesem Sinne betrachte man einfach ein wenig das Eis meiner Träume…



