Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{Januar 08, 2007}   Von der unterschiedlichen Definition der Gleichheit an sich

oder: Warum es im Leben eben doch immer nur um den Geschmack geht

So, als Kind des Verlangens habe ich mich gestern an einem wunderbaren Mc Rösti gelabt und dazu auch gleich an diesen fettigen Käse-Herzen, die eine beliebige Casting-Hand in der Werbung so schön Käsefäden ziehend auseinander bricht, um zielgerichtet Fast-Food-Herzen wie meines anzusprechen. Dass der ach so heiße Werbungskäse eher einem alten gelben Kaugummi glich und höchstens zwei Drittel des Panadeherzen-Innenraums mit seiner Anwesenheit ausfüllte, war mir zum Glück schon vorher klar. Die Zurkenntnisnahme der Realität kann einem so manche Enttäuschung ersparen. Aber das nur am Rande.
Viel schöner war der Nachtisch. Es gibt momentan im Zuge der absoluten Hüttengaudi Eis oder Apfeltasche mit Vanillesoße. So dachte ich jedenfalls. Aber weit gefehlt, denn es handelt sich hier nicht etwa um Vanillesoße, sondern vielmehr um Sahnesoße mit Vanillegeschmack. Ja, ja, anscheinend muss da ein Unterschied gemacht werden. Wo kämen wir da sonst auch hin, wenn man die Sahnesoße mit Vanillegeschmack fälschlicher Weise als Vanillesoße deklarieren würde? Nicht auszudenken. Mir ist ja durchaus der definitorische Unterschied zwischen den beiden Soßenvarianten klar, aber mal ehrlich: Was soll der Scheiß? Als ob es meinen primitiven Geschmacksrezeptoren nicht ziemlich egal ist, ob sie von nach Vanille schmeckender Sahnesoße oder gar von Vanillesoße in Exstase versetzt werden. Vanille ist Vanille ist Vanille…
Zumal an der Kasse gleich neben den Burgern eine große Literpackung mit der Aufschrift „Vanillesoße“ rumlungerte. Wenn das die Leute von der Sahnesoße mit Vanillegeschmack wüssten…
Ja, man muss schon aufpassen, WAS genau man bestellt, ansonsten kann es innerhalb eines Mc Donald’s recht gefährlich werden. Geistig gesehen. Habe ich es doch zu damaligen Muffin-Zeiten mal gewagt, mir einen Blaubeermuffin zu bestellen. Fataler Fehler. Die arme Bedienung guckte mich nur sehr verständnislos mitleidig an, als sie mir sagte, dass sie keine Blaubeermuffins da hätten. Nur Heidelbeere.
Ok, dann nehme ich natürlich lieber Schokolade.
Nicht zu verachten war auch der Untertitel, den es mal vor einiger Zeit zum Mc Donald’s Orangensaft zu lesen gab. Wider allen Erwartungen besteht der Orangensaft nämlich sogar aus purem Orangensaft. Und das zu mindestens(!) 100 Prozent. Wenn nicht sogar zu 101 Prozent. Ein in der Raumdimension komprimierter Über-Orangensaft quasi, der sich dadurch auszeichnet, dass er mehr ist, als er eigentlich sein kann. Wenn das mal nichts ist. Da hat man doch mal wenigstens mal was für sein Geld. Und ich hatte schon gedacht, es handele sich bei jenem Orangensaft lediglich um Wasser mit Orangensaftgeschmack.
Tja, so kann man sich irren. Guten Appetit.




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