Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{Januar 19, 2007}   Von der Luftigkeit der Zerstörung

oder: Warum es evolutionstechnisch gesehen besser gewesen wäre, die Banane zum Menschen zu machen

So, mit dem Sturmtief hat sich auch meine kreative Schreibunlust etwas verzogen…
Allerdings haben sich mittlerweile zu viele ungeschriebene Sachen in meinem kleinen Köpfchen angesammelt, die in selbigem für eine etwas sagen wir mal… interessante Stimmung sorgen und noch nicht mal mehr mit genügend Kaffee richtig besänftigt werden können. Darum muss ich mich also über irgendetwas aufregen und ein klein wenig böse sein. Ich habe auch schon ein schönes Thema:
Dieses dämliche Sturmtief, das in seiner verwegenen Ungestümheit es doch gewagt hat, Deutschland ein klein wenig den Wettermarsch zu blasen.
Und nun? Nun ist das Gejammere groß. Klimawandel, viel zu warmer Winter, die bösen Mücken kommen und bringen uns die Malaria gleich mit, während Sylts sandige Traumküste in der Nordsee versinkt und dabei noch nicht mal nach Kaviar duftet. Bei Punkt 12 auf RTL gab es gestern Mittag 100 Euro für jedes gesendete Handybild, das irgendwelche katastrophalen Sturmschäden zeigt. Über das Geld konnte sich zum Beispiel der Mann freuen, der das Bild eines völlig geplätteten Autos unter einem umgestürzten Baum eingesandt hatte. Glückwunsch. Besonders erfreut darüber dürfte der eigentliche Besitzer des kaputten Wagens sein.
Ich finde es echt widerlich. Auf der einen Seite diese totale Sensationsgier nach möglichst viel Zerstörung und Katastrophen und auf der anderen Seite das Gejammere über das baldige Verpuffen unseres Erdballs. Na, muss man sich denn wundern? Wer jeden Tag Dutzende von Abgasen auf dem Weg zum Bäcker mit Halt am Zigarettenautomaten der persönlichen Wahl in die Umgebung pustet, der darf sich am Ende auch nicht wundern, wenn das nächste klimatechnisch eigentlich erst für die nächsten hundert Jahre vorgesehene Unwetter den eigenen Wagen zu Metallbrei macht. Wir haben ja wohl kein Recht über das miese zerstörerische und beängstigende Klima zu meckern, wenn wir noch nicht mal bereit sind, zwei Meter auf dem Fahrrad zu fahren.
Hallo?!
Damit müssen wir jetzt wohl leben. Und wem das hierige Klima nicht mehr genehm ist, dem steht es durchaus frei, sich in anderen Teilen der Welt anzusiedeln und dort fröhlich so weiter zu machen wie bisher. Und so wird es ja auch kommen. Niemand wird doch letztendlich auf sein Auto und die Flugreise nach Bali zum Komodo-Waran-Sightseeing verzichten, nur damit die Erde am Ende nicht nochmal um 0,7° C erhitzt wird. Nein, so schlau und einsichtig ist der Mensch nicht. Er kann zwar erkennen, wie er es hingekriegt hat, alles in einer, universell gesehen, Wahnsinnszeit zu zerstören, aber er ist absolut unfähig, sein Handeln abzustellen. Ich will mich da leider auch nicht ausschließen. Ich würde ja auch nur ungerne auf mein Auto und andere Dinge verzichten, aber es steht mir dann auch nicht frei, mich über umgekippte Bäume auf den Bahnschienen und das Ende von Drei Wetter Taft aufzuregen. Es ist inzwischen wie es ist. Das haben wir gut hingekriegt und nun können wir uns entspannt zurück lehnen und im Zeitraffer betrachten, wie die Sache mit der globalen Erwärmung voranschreitet.
Wissenschaftlich gesehen bestimmt sehr interessant. Es lebe der Beruf des Dachdeckers.




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