Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{Januar 03, 2007}   Von der Existenz der unverstandenen Sinnlosigkeit

oder: Warum Sisyphos sich besser man bloß einfach auf seinen Stein gesetzt hätte

Hmmm…, da kriegte ich doch zwischen den Tagen (auch so eine irgendwann mal erörternswerte Floskel) eine mail von einer entfernt Bekannten mit folgendem textlichen Inhalt nach dem obligatorischen (kleingeschriebenen) Hallo:

Bist du nicht da oder kriegst du meine mails nicht?

Nochmals hmmm…, da haben wohl ein paar Zimtsterne die interne Logikplatte in ihrem Schreiberhirn angegriffen. Anders kann ich mir eine derartige Frage leider nicht erklären. Was für eine Antwort hat sie denn darauf wohl erwartet? Hat sie überhaupt eine Antwort erwartet?
Hätte sie sich ihre beiden Fragen mal genauer angeschaut und sich zudem noch ein paar Gedanken über deren logisches Zusammenspiel gemacht, dann wäre ihr klar gewesen, dass diese mail völlig umsonst durch den Datenstrom gewandert ist.
Was soll ich denn da antworten? Ich könnte ihr natürlich schreiben, dass ich nicht da bin. Dann wäre ich zwar mit ziemlicher Sicherheit ein berühmtes physikalisches Phänomen und man würde deshalb auch irgendein gammeliges Institut mit klappbaren Holzstühlen nach mir benennen, aber geholfen wäre ihr damit auch nicht.
Ich könnte natürlich auch bejahen, dass ich ihre mails nicht kriege. Eine Variante, die mir sehr zusagt. Dafür bin ich eben telepathisch sehr bewandert und weiß ganz genau, was wann in ihrem Köpfchen vorgeht. Bei dieser Antwortvariante könnte sie sich in Zukunft auch einfach jede mail sparen. Welch Ersparnis das wäre, würde die Welt noch Briefmarken benutzen…
Ich verstehe es nicht, zumal sie durch die oder-Verknüpfung der beiden Fragen ja davon auszugehen scheint, dass eine der beiden Frage eine realitätsnahe Antwort hervorbringt, was natürlich niemals funktionieren kann.
Ich könnte im Fall1 im Nachhinein schreiben, dass ich nicht da gewesen wäre, aber selbst das wäre streng genommen keine korrekte Antwort auf die Frage, die sich ja auf die Gegenwart bezieht und nicht eine rückwirkende Beschreibung der Vergangenheit verlangt.
Und wenn ich ihre mails wirkliche nicht kriegte, dann würde sie nie erfahren, ob dem wirklich so ist, da sie vom Ausbleiben einer Antwort nicht automatisch auf ein Nichterhalten der mails schließen könnte. Genauso gut kann ich alle mails bekommen haben, habe mich aber entschlossen, zur Zeit nur noch Texte in Alt-Hebräisch und Sanskrit zu lesen. Oder aber eine mutierte Riesenqualle sitzt hinter mir auf dem Sofa und quält mich damit, dass sie alle meine mails löscht, während sie leise die Stimme von Florian Silbereisen imitiert und mit ihren Glibberarmen Häkelsocken strickt.

Die einzig richtige Frage wäre gewesen: …oder hast du keinen Bock mir zu antworten?

Aber selbst darauf hätte sie der korrekten Logik halber keine Antwort erwarten dürfen, da ich wirklich keinen Bock hatte und ihr somit aus jahresendlethargischen Gründen nicht geantwortet habe. Hätte sie diese Frage gestellt, hätte sie beim Ausbleiben der Antwort höchstens drauf schließen können, dass ich entweder nicht da bin, ihre mails nicht kriege oder einfach keinen Bock zum Antworten habe.
Womit wir wieder am Anfang wären…
Was schließen wir also daraus? Versuche nie, die Logik auszutricksen, sie wirft sowieso mit Zimtsternen nach dir.
Kaffee.



{Januar 02, 2007}   Von der Lethargie des Jahresendes



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