Skurriles von der B-Seite des Gehirns











{April 13, 2007}   Von der Wichtigkeit der Ballaststoffe

oder: Warum man doch das ist, was man isst

Ach wie schön. Da hatte ich doch vorgestern das erfreuende Vergnügen, neben der absoluten Personifizierung der heutigen Fast-Food-Jugend bei Mc Donald’s an der Kasse stehen zu dürfen. Jene Personifizierung war klein, fett, allerhöchstens 13 vor Intelligenz strotzende Jahre alt und gab folgende Bestellung auf: Einen Big Mäc ohne Salat bitte (natürlich ohne das Wort bitte und noch natürlicher nicht ohne drei weitere Cheese- einen Chicken- und zwei Hamburger, aber das nimmt dem Kern der Sache die Schale ja nicht weg).
Ohne Salat. Ein Big Mäc ohne(!) Salat. Das ist ja sowas von ein Zeichen der Zeit, das geht mir gar nicht mehr aus dem Köpfchen. Also lieber 13-jähriger, verfetteter Big-Mäc-ohne-Salat-Esser: Die nächsten Zeilen sind nur für Dich…

Liebes Ohne-Salat-Kind!

Warum tust Du das? Ich meine, mir ist schon klar, dass Du noch nie etwas von Ballaststoffen, Verdauung und dem ganzen Kram gehört hast, aber muss das denn sein? Ich meine, selbst wenn Du keinen Salat mögen würdest (was Du bei einer gezielten Nachfrage sicherlich behaupten würdest), liebes Kindchen, …den schmeckt man doch gar nicht. Ich kenne absolut keinen Menschen auf dieser Fast-Food-verseuchten Welt, der sagt: „Hhmm, der Burger war aber lecker, bloß der Salat, naja, der schmeckte mir nicht.“
Mein Gott, die dreieinhalb Schnipsel irgendeines halb vergorenen Grünzeugimitates erkennt man doch noch nicht mal unter der ganzen versalzenen Soßenmatsche. Liebes Kind, Du bist wahrscheinlich genau der Grund, warum Mc Donald’s Burger erfindet (also ich rede jetzt von Burgern im eigentlichen Sinne, also dem kleinen fettigen Bratling in der Mitte zwischen den leicht verdaulichen Kohlenhydratresten) bei denen das Gemüse (und der Salat…) schon mit drin ist. All inclusive, damit kleine Meckermäuler wie Du nicht lange rumjaulen und die Aushilfs-Susi mit südländischem Akzent keine Salatblätter irgendwo rauspulen muss.
Kein Scherz, mein kleiner Fettsack. Jenen Burger gab es erst kürzlich im Programm des Fast-Food-Giganten Deines Vertrauens, aber da warst Du wahrscheinlich zu sehr damit beschäftigt, die tolle Mc Donald’s-Gesundheits-Propaganda nicht zu verstehen und Deine letzten geklauten Centstücke für 37 salatfreie Cheeseburger zusammen zu kratzen. Dein Lieblingsladen möchte Dir nämlich nahe legen, gesünder zu essen mein Kind. Darum ist er sehr bemüht, viele lustige überteuerte Salatkreationen zu erfinden und Milch und Obst in fettige Junior-Tüten zu packen. Schließlich will Ronald Mc Donald ja nicht, dass Du fett und hässlich wirst.
Aber da wird wohl kein Weg dran vorbei führen. Wahrscheinlich ist das auch Dein geheimes unterbewusstes Ziel. Du kannst definitiv zu schlecht singen (obwohl das ja kein Hindernis mehr darstellt), also musst Du halt auf anderem Wege ins Fernsehen. Was bietet sich da besser an als in einer dieser „Hilfe-ich-habe-ein-schrecklich-fettes-Kind-und-weiß-absolut-nicht-warum“-Shows als doppelexistenter Protagonist aufzutreten. Schließlich kann man auch mit Fressen und Fettsein berühmt sein, oder hast Du etwa nie Supersize Me gesehen? Leider hättest Du die Message des Filmes wohl eh nicht verstanden und Dich in Zukunft nur maßlos darüber geärgert, dass es in Deutschland noch keine XXXXL-Cola zur Pommeswanne und keinen Kübel Sirup über den freischwebenden Turm Frühstückswaffeln gibt. Wie bedauerlich, da hast Du wohl recht.
Bedauerlich ist aber auch vor allem, dass Du spätestens mit Mitte 20 körperlich so am Arsch sein wirst, dass zu Deinem eh schon langjährig existenten Diabetes noch diverse andere kostspielige Erkrankungen dazu kommen. Fettleber, Gelenkprobleme, Du kriegst keinen hoch. Aber was soll’s? Dann geht Du halt zum Arzt. Kost’ ja nichts. Jedenfalls Dich nicht, denn Du bist ja eh irgendwie versichert, weil Du kriegst ja Hartz 35,7 und da ist die Darmwandresektion natürlich mit inbegriffen. Wer könnte Dich nichts zahlendes Irgendwas schon leiden lassen, wo Du doch so krank bist, Du armes Ding. Da kannst Du ja auch gar nichts für. Ist schließlich alles erblich. Da ist es auch nur verständlich, dass Du in Zukunft keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichten kannst. Ganz klar. Tja, und mit ‘nem mittelmäßien Hauptschulabschluß und einem Hirn von der Kompetenz eines Nacktmulls in der äthiopischen Halbwüste kommst Du auch auf keinen grünen Zweig. Böses Deutschland.
Am besten solltest Du auswandern. Da kannst Du dann auch gleich wieder Deine TV-Karriere mit voran treiben. Es ist ganz einfach. Und schließlich hast Du ja keine Wahl. Wie gesagt, böses Deutschland. Überall ist es besser und vor allem verdient man überall mehr Geld. Meinst Du dann jedenfalls. Also packen Du und Deine mindestens achtköpfige Assi-Familie die Koffer und schippern in irgendein Land, von dem sie schon mal irgendwo irgendwas gehört haben. Spanien eignet sich hervorragend. Die Sprache? Ach naja, was soll’s. Komm, Du kannst doch noch nicht mal Deine eigene Muttersprache komplikationsfrei über die mitgelieferten Lippen bringen. Was sollst Du da mit Spanisch. Du kommst schon klar. Schließlich ist das hier in Spanien eine ganz andere Mentalität. Ganz anders als in Deutschland. Nur auch nicht viel besser, wenn man kein Geld und keine Arbeit hat. Aber das merkst du erst jetzt, wenn Du mit Deiner verlodderten Frau und Deinen heulenden Kindern irgendwo in einer abrißreifen Pampahütte sitzt und die Miete nicht zahlen kannst, weil Deine Sprachkenntnisse ja noch nicht mal reichen, um den Automaten davon zu überzeugen, ein paar Zigaretten auszuspucken. Denn dafür reicht das Geld ja immer. Aber leider überweist das dumme Arbeitsamt das Geld irgendwie nicht, das Dir natürlich noch zusteht. Diese Arschlöcher, schließlich hast Du doch mal in Deutschland existiert. Wichser! Also ist es auch komplett deren Schuld, wenn Du inzwischen geschieden von Deiner Alten nach Deutschland zurück kommst. Es erwarten Dich ein wohliges Wohngeld und andere Annehmlichkeiten wie die Beseitigung Deines angefressenen Darmkrebses auf Kosten der daheim gebliebenen Allgemeinheit. Den Unterhalt für Deine 3000 verstreuten Gören kannst Du natürlich nicht zahlen und weil alles soo schlimm ist, kannst Du Dir ja eigentlich auch noch das verbliebene Resthirn wegsaufen. Ist ja eh nicht mehr viel da und auch dafür reicht das bisschen Geld ja immer. Also stellst Du Dich noch ein paar Jahre lang morgens bei Plus an die Kasse, um den billigen Klaren zu kaufen, der das beschissene Leben noch etwas erträglicher macht. Letztendlich wird es das dann endlich gewesen sein. Vielleicht kriegst Du noch ein paar Kinder, schlägst ein paar Frauen und asselst ein bisschen auf frisch gestrichenen Parkbänken rum, bis es dann irgendwann im Alter von 53 endlich nicht mehr lohnt, noch mehr Geld von den Krankenkassen für Dich einzufordern. Wahrscheinlich stirbst Du an einem schnöden Herzinfarkt.

So mein Kind, vielleicht doch ein bisschen Salat?



prinzzess says:

du magst keine dicken menschen, hm?



Die Existenz says:

Ich mag keine Menschen, die ihren Körper wider besseren Wissens mit ungesundem Essen zuschütten und sich hinterher über ihr Unwohlsein beschweren. Nein, sowas mag ich nicht.
10 kg zuviel oder ähnliches ist ja total ok, aber wenn sich Menschen wissentlich krank futtern, hab ich da kein Verständnis für.



prinzzess says:

wenn man aber trotz gesunder ernährung nicht abnimmt und mehr als 10kg zuviel hat?



Die Existenz says:

Ja, wegen mir. Ich hab bloß was gegen jene Leute, die sich eben nicht gesund ernähren und nachher rumjaulen, weil sie krank und fett sind. Ich finde es eben nicht gut, wenn seinen Körper absichtlich kaputt macht. Man hat ja schließlich nur den einen. Wie irgendjemand dabei aussieht ist mir ziemlich gleich, ich finds nur schade um die persönliche Gesundheit. Erst recht, wenn Kindern nicht beigebracht wird, wie man sich vernünftig ernährt. Die können ja in der Regel noch nichts dafür und essen so, wie sie es gelernt haben. Und es gibt heutzutage leider verdammt viele Kinder, die auf dem besten Weg zum Diabetes oder zur Fettleber sind noch bevor sie die Pubertät erreicht haben. Das muss ja nun nicht sein…



prinzzess says:

da hast du recht.
mir ist das nur aufgefallen, da du in einem vorherigen beitrag auch schon negativ über “fette” gepostet hattest.
da wollt ich mal nachfragen.



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