oder: Warum die Lakritzschnecken bald die Weltherrschaft an sich reißen
Die Welt geht unter. Meine Äpfel schmecken nach Ananas. Das ist ein eindeutiges, wenn auch recht ekelhaftes Zeichen für die bevorstehende Apokalypse. Scheiß auf Klimawandel, Massenkriege und wütende Naturkatastrophen der nässenden Art. Die kleinen Dinge sind es, die uns sagen, dass etwas nicht stimmt. Dieser kleine miese Apfel, der hier so harmlos angeknabbert vor mir rumliegt und wie weiße Gummibärchen schmeckt, dieser miese kleine Verräter ist der Vorbote des Endes. Ein Gesandter der Hölle sozusagen, der uns geradewegs mitteilen soll, dass es kein privilegierter Genuss ist, Yogurette mit Pfirsicharoma zu konsumieren.
Mein Apfel der Endzeit kommt im Übrigen aus Neuseeland. Kein Wunder. Schließlich rollt man das Papier ja auch von unten auf bevor man es anzündet. Aber den metaphorischen Qualm kann ich schon riechen. Außerdem bekräftigt dieser Apfel die schon lange anzunehmende Tatsache, dass der Teufel tatsächlich eine Frau ist. Schließlich agiert er unter dem Decknamen Pink Lady. Dass er Prada trägt und aussieht wie Meryl Streep war ja schon allgemein bekannt, aber ausgehend von diesen Tatsachen konnte ja nun wirklich niemand auf dessen Weiblichkeit schließen. Die des Teufels, nicht die des Apfels. Der Apfel als Apfel an sich ist ja eh eher geschlechtslos und alleine zu keiner weiteren Reproduktion mehr fähig. Wahrscheinlich wird uns aber genau deshalb bald die sexuelle Revolte der Speiseäpfel bevorstehen, in der sich Boskop und Granny Smith vereinen und gemeinsam den Weg aus den Zwängen der Lagerhaltung suchen. Ob sie ihn in den Tiefen eines Kartoffelackers finden, bleibt allerdings weiterhin fraglich.
Mir persönlich wäre sowieso ein metro-sexueller Teufel ganz lieb. Oder besser noch ein schwuler. Ein schwuler Teufel, mit dem man sich nach den Mittagssünden auf ein Gläschen Höllen-Prosecco verabreden kann. Ein Küsschen auf die Wange und eine gute Folge von Frank, dem Weddingplanner. Das ist das Ende der Welt, wie ich es mir wünschen würde. Herrlich. Eigentlich doch auch ganz nett, dass es mit uns bald vorbei ist, oder nicht? Man muss halt nur wissen, das beste daraus zu machen. Carpe diem. Auch am Ende der Welt. Warum sollte man sich auch die gute Laune verderben lassen, nur weil irgendwo die Windverhältnisse etwas außer Kontrolle geraten sind oder Sonya Kraus im Wet-T-Shirt-Look Werbung für gegen CO2 macht? Man sollte immer mit einem Lächeln abtreten, auch wenn die Erdbeeren in Zukunft nach dänischer Remoulade schmecken und der Dalai Lama blaue Kontaktlinsen trägt. Die Wahrheit liegt im Detail und wenn sie nicht gefunden wird, dann bleibt sie eben da.




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